Sonntag, 24. September 2017

Griechische Koulouri ♥ veganes "Streetfood"


Das Brot, dass nach Sommerurlaub schmeckt...


Wahrscheinlich kennt jeder, der schonmal in Griechenland im Urlaub war die Brotkringel mit reichlich Sesam. Dort werden sie zu Hauf auf den Straßen frisch an mobilen Ständen, in Bäckereien und auf Märkten verkauft.

Es gibt kleine wie große und harte sowie weich Koulouri. Sogar mit Käse oder Schokolade gefüllte Varianten findet man bei dem ein oder anderem Kuluras (Koulouri-Verkäufer).

Am beliebtesten aber ist und bleibt wohl die klassische Form ohne viel Schnickschnack.
In der Türkei kennt man das Gebäck unter dem Namen Simit, in Serbien heißen sie Đevrek.



Wenn man nicht gerade in einer größeren Stadt Griechenlands ist, kann es durchaus etwas schwieriger sein an "richtiges"  bzw. weiches Brot zu kommen.

Im Urlaub auf Karpathos - einer kleinen Insel - mussten wir das Brot extra einen Tag vorher vorbestellen.
Da Backwaren bei der Hitze schnell hart werden, wird von vornherein viel hartes Brot angeboten.
Die frischen Brotkringel kommen einem da sehr gelegen.


Frisch aus dem Ofen sind sie natürlich am Besten...


Bei uns findet ihr die Koulouria auf manchen Märkten oder beim Griechen um die Ecke.
Aber selber machen lohnt sich denn weich und warm schmeckten sie einfach fantastisch.
Egal ob belegt, zum dippen oder pur, ob süß oder salzig.

Zudem könnt ihr sie dann auch ganz nach dem eignen Geschmack abwandeln und tolle Kreationen zaubern.

Der Teig ist super Simpel und besteht aus Mehl, Wasser, Hefe, Olivenöl, Salz und Zucker.
Die Teiglinge werden vor dem Backen in Wasser (meist gesüßtes Wasser) getaucht und dann in Sesam gewälzt. Zum süßen des Wassers wird oft Melasse oder Traubensirup benutzt. Ihr könnt aber auch Zucker, Agavendicksaft, Honig, Zuckerrübensirup oder ein anderes Süßungsmittel nach Belieben verwenden.

Es lassen sich auch tolle Koulouri Varianten mit Chiasamen statt Sesam oder aus Vollkornmehl statt Weizenmehl zaubern.
Ausprobieren lohnt sich also. ♥



Rezept

Koulouri - Kουλούρι



Zutaten

ergibt etwa 5-7 kleine oder 3-4 große Koulouri

Für den Teig

  • 250g Mehl
  • 120ml Wasser
  • 15g Hefe
  • 20g Olivenöl
  • 15g Zucker
  • 1/2 TL Salz

Für das Topping

  • 200ml warmes Wasser
  • 25g Zucker (Melasse, Traubensirup, Honig oder andere Süßungsmittel)
  • 50g Sesam (oder andere Saaten wie Chia, Mohn etc.)




Anleitung


1. Das Mehl in eine Schüssel geben. Mit dem Kochlöffel eine Muldeformen und die frische Hefe hinein krümeln. Den Zucker und das lauwarme Wasser dazu geben und die Hefe für ca. 10 Minuten gehen lassen.

2. Wenn die Hefe aufgegangen ist das Öl und das Salz hinzu fügen und alles kräftig und mit Ausdauer für etwas 5-10 Minuten zu einem glatten Teig verkneten. Hierzu könnt ihr ein Handrührgerät oder eine Küchenmaschine mit Knethaken zur Hilfe nehmen. 

3. Der Teig muss nun vor der Weiterverarbeitung für mindestens 30 Minuten gehen.
Ihr könnt ihn auch langsam über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

4. Wenn der Teig sein Volumen deutlich vergrößert hat kann er auf einer bemehlten Arbeitsfläche noch einmal durch geknetet und in ca 3-4 gleichgroße Teile geschnitten werden werden. Wenn ihr kleinere, bagelgroße Koulouri haben möchtet teilt ihr den Teig in 5-7 Teile. 

5. Jeden dieser Teiglinge nun gleichmäßig ausrollen. Ich finde 2-3cm eine gute Dicke.
Um Ringe zu formen könnt ihr nun einen einzelnen dieser Teigstränge verwenden oder zwei Stränge zusammen drehen. Das Ende in der Hand zusammen legen und auf der Arbeitsfläche mit leichte Druck zusammen rollen.

6. Für das Wasserbad gebt ihr 200ml warmes Wasser und 25g Zucker in eine Schüssel.
Ich habe dafür Melasse Zucker verwendet, ihr könnt aber ein Süßungsmittel ganz nach Wunsch verwenden oder ganz weg lassen.
Auf einem flachen Teller den Sesam (oder andere Saaten) ausstreuen.

7. Die Teigringe nun in das Wasserbad tauchen und dann im Sesam wälzen.
Vor dem Backen müssen die Koulouri Rohlinge noch einmal für 30 Minuten ruhen.

8. Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen und die Sesamringe für ca. 15 Minuten backen.  

9. Bevor ich die Koulouri auftische, lasse ich sie unter zwei Geschirrtüchern leicht abkühlen damit sie weich bleiben und beim abkühlen nicht trocken werden.



Viel Freude beim Nachkochen und καλή όρεξη (kali orexi) - Guten Appetit :)   

Eure Lilli ♥ 

Sonntag, 10. September 2017

Persisches Fruchtleder ♥ vegan

Die wohl gesündeste Süßigkeit der Welt... 


Dörren ist vermutlich die älteste Konservierungsmethode überhaupt. Ursprünglich stammt das getrocknete Obst aus dem früheren persischen Reich. Datteln, Feigen und viele weitere Obst und Gemüsesorten wurden Sonnengetrocknet und so haltbar gemacht.
Das Dörren hat zudem noch einen weiteren Vorteil - Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe bleiben erhalten.

Zudem wird ihr Geschmack, ganz ohne die Zugabe von Zucker, durch den Wasserentzug noch intesiver & süßer! Daher wurden und werden die getrockneten Früchte auch als Süßigkeit verwendet.

Veganes Leder zum Essen ... ?


Fruchtleder ist eine Art dünner, ledriger Fruchtriegel. Das klingt zwar weder vegan und sehr appetitlich, ist aber tatsälich äußerst lecker und sehr gesund!

Neben klassischem Dörrobst hat es zudem den Vorteil, dass sich mehrere Obstsorten kombinieren lassen.
Roll Ups aller Art sind total im Trend - egal ob Eis, Crepe, Lasagne, French Toast oder eben Fruchleder Roll Ups.

Im Iran kennt man Lavaschak nicht nur vor dieser Trendwelle, sondern schon vor der Erfindung des Internets ;)
Dort ist es noch immer der mitunter beliebteste süße Snack und wird an Strassenständen als Streetfood angeboten, im Supermarkt verkauft oder zu Hause selber zubereitet.

Typischerweise werden dafür Pflaumen gekocht, das Mus glatt ausgestrichen und für etwa 2-3 Tage an der Sonne getrocknet.
In unseren Breitengraden ist es in der Regel dafür nur an wenigen Hochsommer Tagen warm genug. Wenn es das Wette zu lässt könnt ihr das Fruchtleder aber auch im Freien, abgedeckt mit einem dünnen Baumwollmull dehydrieren lassen. 
Aber das Lavaschak lässt sich prima zu Hause im Backofen zubereiten.

Da weiß man was drin steckt...


Damit die Farben von Trockenfrüchten intensiv bleiben, werden Industrieprodukte mit Schwefel oder mit Konservierungsmitteln behandelt. Dies kann für Allergiker und Asthmatiker sehr bedenklich sein.

Wer das Fruchtleder selber zaubert kann getrost auf Zusätze, ebenso auf wie auf Kristallzucker verzichten!
Denn das getrocknete Obst ist je nach Sorte von Natur aus äußerst süß.

Also ein leckerer und gesunder Snack für Kinder & Sportler... und für alle anderen auch! ;)

Zudem geht der enthaltene Fruchtzucker im Gegensatz zu Kristallzucker aus Süßigkeiten nicht so schnell ins Blut und belastet dadurch den Stoffwechsel weniger und es hält länger satt.
Aber das Beste daran ist - meiner Meinung nach - die Vielfalt an Geschmackskominations Möglichkeiten! Egal ob ihr nur überreifes Obst verbrauchen oder euren Lieblingssmoothie für Unterwegs haltbar und leichter machen wollt.

Es sind euch kaum Grenzen gesetzt - einfach in den Mixer werfen, trocknen und genießen! ♥

Mein Absoluter Favorit ist und bleibt Himbeer-Ingwer.

Aber auch Erdbeer-Basilikum, Kirsche-Kumquat oder Pfirsich-Cranberry sind spannende Kombinationen.
Oder wie wäre es mit einem Superfood Fruchtleder?

Zudem füge ich wegen des hohen Pektingehaltes stets einen Teil Äpfel hinzu.  
Wenn ihr möchtet könnt ihr diesen aber auch weglassen oder durch euer Wunschobst ersetzen.

Ist das nicht Energieverschwedung...?


Bei zu hohen Temperaturen verliert das Fruchtleder an Geschmack und Aroma, zudem wird dann das in den Früchten enthaltene Vitamin A zerstört.
Daher ist es ratsam das Fruchtmus schonend und langsam zu trocknen. 3-4 Stunden bei 60-70°C Umluft sind ideal.
Aber keine Angst - die meiste Energie verbraucht der Ofen nur um auf Temperatur zu kommen. Die Temperatur über einen längeren Zeitraum zu halten, bedeutet dagegen kaum Energieaufwand.

Trotz der langen Zeit ist der Trockenvorgang bei einer so geringen Temperatur also garnicht so Energieraubend wie man denkt - solange ihr die Tür nicht alle paar Minuten zum Schnuppern öffnet! ;)
Bei neueren Energiesparmodellen reden wir sogar nur von Centbeträgen.

Sparfüchte, Umweltbewusste und alle geduldigen Menschen können das auf dem Backpapier ausgestrichene Fruchtmus aber auch über Nacht vortrocknen lassen.
Dazu einfach geschützt im Backofen oder abgedeckt in der Küche stehen lassen.

Der Kühlschrank hingegen ist nur zu empfehlen, wenn ihr das Mus vor dem Trocknen im Raum auf Temperatur kommen lasst, da ihr sonst wieder unnötig Energie zum erwärmen benötigt!

Es ist kinderleicht, gesund, vegan und lecker... worauf wartet ihr also noch?
Ausprobieren lohnt sich! ♥




Rezept

Persisches Fruchtleder - Lavāschak


Zutaten

Ergibt pro Sorte ca. 1 Backblech

Himbeer-Ingwer

  • 250g Himbeeren (TK oder Frisch)
  • 250g Äpfel
  • 5-10g Ingwer

Kiwi-Limette

  • 250g Kiwis
  • 250g Äpfel
  • 1 Hand Minzblätter (oder 1-2 Tropfen natürliches Minzöl)

Blaubeer-Vanille

  • 250g Blaubeeren (TK oder Frisch)
  • 250g Äpfel
  • Mark einer Vanilleschote (oder echtes Vanilleextrakt)






Anleitung


1. Wenn ihr TK (Tierfkühl-) Obst verwendet, lasst ihr diese nun zuerst auftauen. So lässt sich später alles viel besser mixen!

2. Äpfel, Ingwer (oder sontiges Wunschobst) abwiegen, reinigen und würfeln. Die Äpfel verwende ich mit Schale. Das Vanillemark sorgfältig aus der Schote kratzen.*

3. Nun eure Wunschkombinationen in eine hohe Schüssel oder einen Standmixer geben und alles fein pürrieren. Wenn ihr mit Kiwi arbeitet, versucht nicht zu lange zu mixen um die kleinen schwarzen Kerne nicht zu sehr zu zerkleinern, diese könnten sonst etwas bitter werden.

4. Um euer Fruchtmus von den harten Himbeerkernen zu befreien, streicht ihr es am Besten durch ein Sieb.

5. Die jeweiligen Pürees nun dick auf einem Backpapier oder einer Backmatte ausstreichen. Die Höhe sollte mindestens 5mm betragen da das Lavaschak beim Dehydrieren noch deutlich an Wasser verliert. Zu dünn ausgestrichen wird es sehr brüchig.

6. Ihr könnt die Bleche über Nacht vortrocknen lassen und euch so bis zu einer Stunde sparen, oder sie direkt im Backofen für ca. 3-4 Stunden bei 60-70°C dörren. Die Zeit variiert natürlich je nach Dicke.

7. Euer Fruchtleder ist fertig, wenn es am Rand wie in der Mitte dunkel und klarer geworden ist. Ihr könnt testen, ob das Lavaschak komplett getrocknet ist indem in es vorsichtig antippt. Es muss fest zusammen halten, ihr merkt sofort wenn das Mus noch am Finger kleben bleibt!
Lasst es aber auch nicht zulange im Backofen, nur solange bis es zusammen hält damit es nicht zu zh wird.

8. Komplett durchgetrocknet könnt ihr das fertige Fruchtleder in kleine Würfel, in Platten oder direkt mit dem Backpapier in Streifen schneiden und aufrollen. So klebt es nicht zusammen und lässt sich prima naschen! ♥


*Die ausgekratze Schote könnt ihr prima in Zucker oder Vodka einlegen um Vanillezucker oder Vanilleextrakt herzustellen.

Natürlich könnt ich ganz nach Lust und Laune noch tolle weitere Fruchleder Kreationen zaubern.
Wie wäre es mit eurem Lieblings Smoothie in Lavaschak Form?


Viel Freude beim Nachmachen und Nushe jan - Guten Appetit :) 

Eure Lilli ♥   

Sonntag, 27. August 2017

Thai-Basilikum Pesto ♥ vegan



Ein italienische Klassiker ...


Eigentlich bin ich kein besonders großer Fan vom klassischen Pesto Genovese - oder zumindest habe ich noch keins probiert welches mich wirklich vom Hocker haut. Selbst das frische Pesto alla Genovese in Italien war mir etwas zu bitter und irgendwie penetrant.
Nicht die besten Voraussetzungen für ein Basilikum Pesto meint ihr?

Der Thai Basilikum - auch Horapa genannt - hat ein ganz eigenes und sehr spannendes Aroma.
Der Geschmack ist würzig aber wenig bitter, zudem bringt er eine gewisse, leichte schärfe mit, ähnlich wie Minze.

Ich war am Anfang selber skeptisch und habe überlegt was ich aus unserem Thai Basilikum zaubern kann - denn wir haben SO VIEL davon! Es fing an mit einem kleinem Topf, doch im Handumdrehen wuchs er zu einem stattlichem Busch von einem halben Meter Höhe heran.

Doch der Hopara hat mich wirklich überrascht, sodass das daraus gezauberte Pesto heute sogar zu meinen Lieblingspestos zählt. ♥ 

Die Mischung machts...


Traditionelles Pesto alla Genovese besteht aus Basilikum Genoveser, Pinienkernen, Olivenöl, Knoblauch und Käse.

Da der Thai Basilikum vom Aroma sehr für sich selber spricht habe ich die Zutaten bewusst mild gewählt.
Daher bedarf es auch keines zusätzlichen Parmesans.

Auch beim Öl greife ich lieber zu milderen Varianen statt Olivenöl. Da selbst mildes Olivenöl von Natur aus eine bittere Note hat, empfehle ich gesunde native Nussöle.
Vorallem Walnussöl, Mandelöl oder Erdnussöl eignen sich hervorragend. Sesam- der Leinsamenöl hingegen sind oft viel zu intesiv und im fertigen Pesto zu penetrant.
Ich verwende eine Mischung aus den drei Oben genannten Nussölen.

Um das Aroma abzurunden gebe ich noch etwas Süße hinzu. Hier könnt ihr klassischen Zucker aber auch Agavendicksaft, Reissirup oder Kokosblütenzucker verwenden.

Thai Basilikum zu verschenken... ♥ 


In einigen wenigen Lebenmittelmärkten wird Thai Basilikum angeboten, aber im allgemeinen findet eigentlich nur das Basilikum Genovese.

Einen Topf des würzigen Hopara könntet ihr aber im Gartencenter oder auf dem Wochenmarkt ergattern.

Aber keine Sorge, ihr müsst euch jetzt nicht extra die Hacken ablaufen.
 
Wenn ihr das Rezept gerne ausprobieren würdet und an dem würzigem Thai Basilikum interessiert seid, schreibt mir doch einfach eine Nachricht!
Ich sende gerne jedem ein paar Ableger unseres riesigem Basilikum Busches - der schon fast den ganzen Garten ein nimmt - zu. Natürich Gratis! Im Gegenzug würde ich mich über ein Abo auf YouTube freuen. Und wenn euch das Rezept schmeckt teilt es natürlich gerne mit euren Freunden.
Kontaktieren könnt ihr mich zum Beispiel auf Instagram, YouTube oder mittels Kontaktfeld/Kommentar auf diesem Blog! ♥ 

Ausprobieren lohnt sich also!


Rezept

Veganes Thai Basilikum Pesto


Zutaten

ergibt etwa ein Pestogläschen

  • 25g Thai Basilikum (ca. 1 Bund)
  • 40g Zwiebeln (oder Frühlingszwiebeln)
  • 2-4 Zehen Knoblauch
  • 35g Pinienkerne
  • 35g Cashewnüsse (eingeweicht)
  • 70-100ml (60-90g) mildes Öl
  • 1 gestr. TL Salz
  • 1 TL Süße (Zucker, Agavendicksaft o.ä.)
  • Saft einer halben Zitrone






Anleitung

1. Eine Hand voll Cashews über Nacht in Wasser einweichen. Die weichen Cashews machen das Pesto schön cremig. Wenn es schnell gehen soll könnt ihr sie aber auch uneingeweicht verwenden oder ganz durch Pinienkerne ersetzen.

2. Den Basilikum abzupfen, dabei die harten Stängel möglichst aussparen.
Ihr könnt auch die Basilikum Blüten verwenden. Entweder als schöne Deko oder für eine süß-scharfe Note im Pesto.

3. Zwiebeln und Knoblauch schälen und grob würfeln, die Zitrone auspressen.
Wenn ihr eine sehr große Zitrone habt verwendet erstmal die hälfte des Saftes und schmeckt das Pesto am Ende noch mal ab.

4. Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Öl leicht anrösten.

5. Alle Zutaten (Basilikum, Zwiebeln, Knoblauch, Pinienkerne, Cashews, Süße, Salz, Zitronensaft und Öl) in eine Schüssel geben - gut zusammen drücken damit möglichst wenig Luft zwischen den Zutaten ist - und mit einem Küchengerät eurer Wahl (Starbmixer, Küchenmaschine, Standmixer, Zerkleinerer oder Mörser) das Pesto bis zur gewünschten Feinheit zerkleinern.

6. Wenn ihr das Pesto nicht gleich in den nächsten Tagen verbrauchen möchtet, könnt ihr es in abgekochte Pestogläschen füllen und im Kühlschrank für ca. 3 Wochen lagern. Wichtig ist nur, dass ihr auf der Oberfläche eures Pestos möglichst immer eine kleine Schicht Öl habt. Diese macht euer Pesto haltbar.

Jeder kennt Nudeln mit Pesto. Aber eure kalte Sauce passt noch zu viel mehr Gerichten.
Wie wäre es also zu Grillgemüse, zu Süßkartoffelpommes oder auch auf dem Burger?
Probiert es aus und schreibt mir gerne eure Ideen!  


Viel Freude beim Nachmachen und buon appetito - Guten Appetit :)

Eure Lilli ♥ 

Sonntag, 13. August 2017

Dicke Belgische Waffeln ♥ Gaufres de Liége




Eine herrlich duftende Kindheitserinnerung...


Wer liebt sie nicht, die Waffel. Vorallem Sonntags oder beim Besuch der Großeltern gab es bei uns süße Waffeln noch warm direkt aus dem Eisen.
Und auch heute noch zaubere ich an dem ein oder anderem Sonntag frische Waffeln belgischer Art - das lockt jeden Muffel aus dem Bett. ♥ 

Aber Belgische Waffel ist nicht gleich Belgische Waffel!
Man unterscheidet zwischen weichen dünnen Brüsseler und dicken knusprign Lütticher Waffeln.
Brüsseler Waffeln kennen wir aus einem flüssigem Rührteig in der typischen Herzform. Lütticher Waffeln hingegen haben meist ein tiefes, markantes Muster und werden aus einem Hefeteig gezaubert. Beide Varianten sind ohne Frage einfach nur lecker! Aber heute möchte ich euch erstmal die saftige Lütticher Waffel mit süßem Crunch ans Herz legen.

Im Netz geistern massig Rezepte für "Original belgische Waffeln".
Einige Rezepte sind mit Quark, andere mit Backpulver und manche kommen sogar ganz ohne Perlzucker aus.

Auf der Suche nach wirklich krossen und saftigen Waffeln wie aus Belgien kommt man an weichem Hefeteig mit viel Butter und natürlich Perlzucker nicht vorbei. ;)

Nun werden schon einige rätzeln worum es sich bei diesem ominösen Zucker denn genau handelt.
Wer schon einmal eine echte Lütticher Waffel genossen hat, kennt die knusprigen Zuckerstückchen bei jedem Bissen im sonst weniger gesüßtem Teig. 

Diese ist der beigefügten Perlzucker welcher dem deutschen Hagelzucker nicht unähnlich ist.
Der Unterschied besteht im Wesentlichen in der Größe.
Perlzucker ist deutlich größer und löst sich daher im Teig nicht so schnell auf.
Leider habe ich in deutschen Supermärkten bislang noch keinen Perlzucker entdeckten können.
Wem es so geht wie mir, der kann natürlich auch einfach Hagelzucker verwenden!

Tausend und eine Waffel...


Die Variationsmöglichkeiten sind so vielfältig - wie soll man sich da entscheiden?

Ob mit Schokolade, Obst, Sahne, Eis, Karamell, Marshmallows, Ahornsirup, Beeren, Puderzucker, Nougat, Roter Grütze... oder einfach pur frisch aus dem Waffeleisen. ♥

 

Des Prinzens neuer Kuchen...


Bei den dicken Hefewaffeln denkt man zurecht an einen Kuchen aus dem Waffeleisen.
Im 18. Jahrhundert soll ein Lütticher Prinz den Koch um eine neue süße Kuchenkreation gebeten haben. In einen fettigen Hefeteig mischte der Koch grobe Zuckerstücke und backte den Teig aus.
Der Duft nach Karamel und Vanille lockte den Adel sogar bis in die Küche und man ernannte die Waffeln zur Spezialität der Region. 

Wenn auch euch das Wasser im Munde zusammen läuft und ihr die duftenden Waffeln schon förmlich riechen könnt, dann ran an das Waffeleisen ♥ 


Rezept

Lütticher Waffeln / Gaufres de Liège



Zutaten

ergibt etwa 10 Stück


Für den Teig



  • 200g Mehl
  • 90ml Milch (am Besten abwiegen)
  • 15g Zucker
  • 100g Hagelzucker
  • 15-20g Frische Hefe
  • 120g Butter
  • 1 Ei
  • Vanilleextrakt oder Vanillemark
  • Prise Salz


Für das Topping nach Wunsch


  • Schokolade
  • Früchte
  • Sahne
  • Nüsse
  • Eis
  • und alles was das Herz sonst noch so begehrt ♥ 

 

 

Anleitung


1. 90ml lassen sich im Messbecher nur sehr ungenau ablesen. Da die Dichte von Wasser und Milch bis auf ein paar Gramm sehr ähnlich ist könnt ihr die Milch einfach abwiegen.
Die Milch lau erwärmen. Sie sollte nur etwa Handwarm sein, ist die Milch zu heiß kann dies die Hefe schädigen.
Das Mehl zusammen mit dem Zucker und der Hefe in eine Schüssel geben, die wame Milch darauf geben und die Hefe für etwa 10 Minuten gehen lassen.

2. Ist die Hefe gelöst, kommen zimmerwarme Butter, Ei, Salz und echtes Vanilleetrakt* oder Vanillemark in den Teig. Das ganze wird nun zu einem glatten Teig verrührt.

3. Der Teig sollte nun zugedeckt für mindestens 30 Minuten ruhen.

4. Wenn sich das Volumen des Waffelteigs verdoppet hat kommt der Perl- oder Hagelzucker in den Teig.

5. Die Waffeln können nun direkt ausgebacken werden, damit der Perlzucker sich im Teig nicht auflöst. Dazu etwa einen guten Esslöffel Teig in die heiße Waffelnform geben.
Verwendet am Besten eine eckige Waffelform - keine Herzwaffelform!
Da der Teig sehr fettig ist muss das Waffeleisen bei uns nicht extra gefettet werden. Wenn ihr aber ein sehr altes habt müsst ihr eventuell mit etwas Butter vorfetten.

6. Wenn die Lütticher Waffeln schön gold-braun gebacken sind (und die ersten Naschkatzen vom Duft in die Küche gelockt werden) sind die fertig und können direkt warm genossen werden.
Wie schon erwähnt könnt ihr die leckeren Waffeln ganz nach Wunsch und Laune mit vielen leckeren Zutaten wie Obst, Sahne, Schokolade, Eis oder Nüssen garnieren. Pur sind sie aber ebenfalls ein Hochgenuss!

Sollte es der (unwahrscheinliche) Fall sein, dass doch mal Waffeln übrig geblieben sind, könnt ihr sie einfrieren und nach Bedarf im Toaster frisch aufbacken! :)

*Mein Tipp: Ihr könnt euch Vanilleextrakt ganz leicht selber zaubern, dazu verwendet ihr die bereits leeren, ausgekratzten Vanilleschoten, schneidet diese in kleine Stücke und legt sie in 50/50 Vodka und heißes Wasser ein. Das Vanille Aroma löst sich und ihr könnt nun immer ein paar Schlückchen selbstgemachtes, echtes Aroma in eure Backwaren geben!


Viel Freude beim Nachbacken und (da Lüttich - also Liège im französisch Sprachigem Teig Belgiens liegt) bon appétit - Guten Appetit :) 

Eure Lilli ♥ 

Sonntag, 23. Juli 2017

Spätzle ♥ aus der Heimatküche

DAS schwäbische Nationalgericht...


Als Kind konnte ich Spätzle ehrlich gessagt nicht ausstehen. Sie waren trocken und glibberig gleichzeitig und fühlten sind im Mund nach immer mehr an. Heutzutage mag ich Spätzle sehr gerne - frische Spätzle.
Wenn es euch so geht wie mir früher, habt ihr wahrscheinlich bisher auch nur die gekauften Spätzle
probiert. Dabei sind Spätzle hausgemachte die schnellste Beilage, die ihr selber zaubern könnt.

Spätzle sind schnell zubereitet und schmecken frisch einfach nur super lecker.

Käsespätzle ist das wohl bekannteste Spätzlegericht. Aber Sie sind noch deutlich vielseitiger einsetzbar, ob ganzes Gericht, als Beilage, in Suppen, und sogar als Dessert wie zum Beispiel Apfel- oder Milchspätzle! Aus Spätzle lassen sich beliebig viele tolle Kreationen zaubern.

Spätzle gibt es wahrscheinlich schon seit dem 16./17. Jahrhundert und wurden früher aus einem einfachen Teig mit Dinkelmehl, Ei und etwas Wasser hergestellt.
Traditionell werden die kleinen Eiernudeln von einem Küchenbrett in heißes Salzwasser gescharbt - eine Herstellungsart bei der es viel Übung und Fingerspitzengefühl bedarf und die heute
nur noch selten angewandt wird. Deutlich schneller geht es mit Spätzlepresse, Spätzlehobel oder Spätzlesieb.
Diese Geräte bekommt ihr schon ab 5€.

Ich verwende einen Spätzlehobel, damit erhält man eher kurze Spätzle - diese werde auch Knöpfle genannt. Wer schöne lange Spätzle möchte, sollte zur Spätzle- oder Kartoffelpresse greifen.

Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Spätzle und Knöpfle?

Wie der Name schon vermuten lässt sind Knöpfle klein und rundlich. Sie werden aus dem gleichen Teig die Spätzle hergestellt und unterscheiden sich somit nur in ihrer Größe.

Die eigene Herstellung zuhause ist sehr günstig und viel schneller als man denkt!
Pro fertige 100g kosten euch die Zutaten nur ca. 0,25€ (!) und ca. 10 Minuten Zeitaufwand inkl. Kochzeit.
Gekaufte Spätzle kosten nicht nur das dreifache, sondern brauchen auch 15-20 Minuten Kochzeit! Zudem enthalten diese Industrieproduke fast immer Eier aus Bodenhaltung - diese Art der Massentierhaltung möchte natürlich auch nicht gerade jeder unterstützen.
Da lohnen sich hausmacher Spätzle doch richtig :)





Rezept

Schwäbische Spätzle


Zutaten

ergibt ca. 300g Spätzle/3 Portionen

  • 250g Mehl (Weizen, Dinkel oder Vollkorn)
  • 3 Eier
  • 120ml Wasser
  • Prise Salz





Anleitung


1. Das Mehl kann nach Wunsch und Geschmack gewählt oder gemischt werden.
Früher war Dinkelmehl üblich, heute wird fast immer Weizenmehl verwendet.
Ich mische gerne 2 Teige Weizenmehl, 1 Teil Dinkel und 1 Teil Vollkorn Mehl.

2. Das Mehl in eine Schüssel sieben, Eier und Salz hinzufügen und gut verrühren.
Nun das Wasser nach Bedarf hinzugeben. Je nach Mehlsorte benötigt ihr mehr oder weniger Wasser. Euer Teig sollte eine zähflüssige Konsistenz haben und kompakt vom Löffel tropfen, das könnt ihr im Video ganz gut sehen.

3. Der Teig sollte nun "geschlagen" werden. Dazu die Masse kräftig mit dem Kochlöffel aufschlagen damit Luft unter den Teig gezogen wird.
Natürlich könnt ihr auch ein Handrührgerät zur Hilfe nehmen.

4. Setzt einen breiten Topf mit gesalzenem Wasser auf und lasst das Wasser aufkochen.
Wenn das Wasser kocht, könnt ihr den Herd auf kleine Stufe herunter stellen.
Befüllt eure Spätzlepresse oder den Spätzlehobel mit dem Teig und reibt oder presst die leckeren kleinen Eiernudeln in das heiße Wasser.
Die Spätzle sind fertig wenn sie oben schwimmen und können dann direkt abgeschöpft werden.

Sie sind nun direkt warm servierfertig und müssen nicht mehr abgeschreckt werden. Ihr könnt sie aber auch noch in Butter angebraten, als Suppeneinlage im Backofen brauch backen oder weiter verarbeitet, zum Beispiel zu Kässpätzle ;)


Viel Freude beim Nachkochen und Guada Honger - Guten Appetit ;)   

Eure Lilli ♥

Sonntag, 25. Juni 2017

Tarte au citron meringuée ♥ no bake

Die ideale Tarte für Backfaule... ;)


Heute möchte ich meinen Lieblingskuchen mit euch teilen. Das Rezept dafür habe ich euch frisch aus Frankreich mitgebracht. ♥
An der Atlantikküste Frankreichs haben wir in meinem kleinen Lokal einen tollen kulinarischen Fund gemacht - Hausgemachte Tarte au citron meringuée!
Fruchtig, cremig und nicht zu mächtig. Einfach genau richtig. 

Natürlich kennt man die Tarte au citron nicht nur in Frankreich. Vorallem in Großbritannien und Australien ist Lemon Meringue Pie eine Spezialität.
Sie ist fast immer gleich aufgebaut - Mürbe Teig, Lemon Curd und Baiserhaube.
Diese Tarte au citron ist nochmal etwas anders, denn sie hat mich vorallem damit begeistert, dass wir sie im Wohnmobil ganz ohne Backofen nachzaubern konnten.

Statt eines Mürbeteiges hatte diese Tarte nämlich einen leckeren Kekskrümel Boden.
Und mir hat diese Variante so gut gefallen, da der Boden einfach klasse mit den anderen Schichten harmoniert hat und es die Zubereitung deutlich erleichtert.

Aber welcher Keks ist der richtige für Kekskrümel Boden?

Wie schon so oft in anderen Rezepten erwähnt - das was euch am besten schmeckt ;)
Das ist natürlich sehr pauschal gesagt, aber ich mag die Vielfältigkeit die der Kekskrümelboden durch Verwendung unterschiedlicher Kekse bekommt.
In diesem Fall habe ich Butterkekse genommen. Aber ich mag den Boden auch sehr gerne aus Spritzgebäck oder amerikanische Cookies (zB. für Cheesecakes oder Schokokuchen).

Lemon Curd schmeckt nicht nur als Brotaufstrich erfrischend lecker.

Der Geschmack ist fruchtig, frisch aber auch cremig und zart schmerlzend.
Zudem lassen sich neben dem klassischem Lemon Curd auch weitere tolle Variantionen aus Orange, Blutorange, Limette oder Pampelmuse zaubern.

Die Meringuée Schicht - einigen besser bekannt als Baiser - wird nicht komplett gebacken sondern nur angeröstet und bleibt sie herrlich cremig.

Die flambierte Meringuée Haube bekommt so auch eine leckere karamell Note.

Üblichweise wird das Baiser recht aufwändig, ähnlich dem Marshmallow-Fluff oder der Schokokuss Füllung aus geschmolzendem Zucker und Eischnee hergestellt. Damit unser Kuchen einfach und schnell geht und trotzdem verführerisch lecker schmeckt zaubern wir dir Meringuée Schicht einfach mit Puderzucker und Eischnee. Wichtig ist hier dass es sich wirklich um feinen Puderzucker - wie zum Beispiel den Diamant Puderzucker - handelt.

Normalen (groben) Zucker kann ich euch in diesem Fall nicht empfehlen, da dieser sich nicht auflöst und das Ergebnis wenig Festigkeit, dafür aber viel "Crunch" hat.

Wer sich mit Backen schwer tut wird von den "no bake" Tarte begeistert sein!

Aus nur 5 Zutaten - Keksen, Zitrone, Butter, Eier und Puderzucker - und ganz ohne Backofen wird hier fix eine einfache und super leckere Tarte au citron meringuée wie aus Frankreich! ♥ 





Rezept

Tarte au citron meringuée - Zitronenkuchen mit Baiser



Zutaten

Tarte- oder Springform 26cm / 8-12 Portionen

Für den Boden

  • 200g Kekse
  • 150-200g Butter

Für die Füllung

  • 3 Zitronen
  • 3 Eigelb
  • 150g Butter
  • 150g Zucker

Für das Baiser / Meringuée

  • 2 Eiweiß
  • 100g Puderzucker
  • Prise Salz




Anleitung


1. Für den Boden zerkrümeln wir unsere Kekse. Das geht am Besten in einem Gefrierbeutel und einem Glas oder dem Nudelholz als Stapfer.
Die Butter schmelzen und mit einer kleinen Prise Salz zu den Kekskrümeln geben.
Je nach dem welche Kekse ihr benutzt, braucht ihr mal etwas mehr mal etwas weniger Butter.
Euer Krümelboden wird gut, wenn die Kekskrümel auf Druck zusammen kleben aber nicht unter dem Fett zusammen fallen. 

2. Die Kuchenform am Besten mit einem Stück Backpapier am Boden präpariere, dann klebt der Kuchboden später nicht an der Form und sie lässt sich besser reinigen.
Die Kekskrümelmasse in der Form verteilen und mit einem Löffel gleichmäßig andrücken.
Dabei solltet ihr auch einen kleinen Rand formen, damit eure Füllung später bleibt wo sie hingehört ;)
Den fertigen Krümelboden nun in den Kühlschrank stellen bis er weiter verarbeitet wird.

3. Für die Zitronenfüllung waschen wir die unbehandelte Zitrone heiß ab und reiben die Schale mit einer Küchenreibe komplett ab. Das meiste Aroma bekommt ihr aus der Schale, daher solltet ihr nicht daran geizen ;)
Wenn ihr keine Reibe habt, könnt ihr die Schale auch mit dem Sparschäler oder einem Messer dünn runter schneiden. Ihr solltet dabei nur aufpassen, dass ihr nicht zuviel von dem Weiß erwischt, da die gerne bitter wird.
Die Zitronenzeste bedecken wir nun mit dem Zucker und lassen dies erstmal etwas ruhen.
Der Zucker löst sich dann auf und nimmt das leckere Aroma der Zitronenschale auf, wer es besonders intensiv mag kann den Zitronenabrieb auch einen Abend vorher vorbereiten.

Die "nackte" Zitrone gründlich auspressen.

4. Nun die Eier trennen, das Eiklar nehmen wir für die Meringuée Haube, das Eigelb für das Lemon Curd.
Wenn etwas Eiweiß im Eigelb landet ist das nicht weiter schlimm. Umgekehrt solltet ihr es aber besser vermeiden. Das Fett im Eigelb kann verhindern, dass euer Eiweiß fest wird.

5.  Wenn die Zucker-Zitronenschalen Mischung etwas durchgezogen und glasig geworden ist, könnt ihr sie zusammen mit dem Eigelb und Zitonensaft in einem Topf verrühren und aufkochen.
Beim Aufkochen solltet ihr die kleinste Stufe wählen, damit euch das Eigelb nicht flockt.
Alternativ könnt ihr die Mischung auch im Wasserbad zubereiten, das dauert allerding etwas länger.
Wenn die Eigelbmischung cremige Puddingkonsistenz hat könnt ihr sie vom Herd nehmen und leicht abkühlen lassen. Dann die Zimmerwarme Butter in die Eigelbmasse rühren.
Falls ihr die Zitronenschale nicht im Kuchen haben möchtet könnt ihr euer Curd noch durch ein Sieb streichen. Nun ist das Lemon Curd fertig.

6. Für die Meringuée Haube wird das Eiweiß mit einer Prise Salz aufgeschlagen.
Dabei ist es wichtig, dass eure Schüssel und die Schneebesen sauber und Fett frei sind.

Für die einfache Variante könnt ihr nun einfach den Puderzucker in den Eischnee sieben und vorsichtig unterheben. Den Eischnee solltet ihr dann noch für einige Zeit in den Kühlschrank stellen, damit er etwas fester wird. Die Maße wird alles in allem etwas flüssiger und lässt sich einfach verteilen und mit einem Löffel formen.

Wenn ihr mit einer Spritztülle arbeiten möchtet solltet ihr den Zucker in einem Topf mit 2-3 EL Wasser erhitzen. Wenn der Zucker kocht und gleichmäßige Blasen wirf könnt ihr ihn in langsam in den Einschnee gießen. Während dessen weiter mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät aufschlagen.
Die Meringuée Masse wird so deutlich fester und mit einer Spritztülle verarbeitet werden.

7. Nun könnt ihr eure Tarte Schichten.
Zuerst das Curd gleichmäßig verteilen, dann ganz nach Lust und Laune die Meringuée Haube aufsetzen. Ihr könnt eine ganz flache Oberfläche gestalten, mit einem Löffel schöne Stacheln ziehen oder mit einer Spritztülle Rosen und Tupfen aufspritzen.
Flambieren könnt ihr die Meringuéemasse mit einem Küchen-Busenbrenner oder für wenige Minuten unter der Grillfunktion eures Ofens - falls vorhanden ;)
Keinen Bunsenbrenner und keinen Ofen? Der Kuchen schmeckt auch ohne flambieren super lecker! ♥

8. Damit die Schichten etwas fester werden können und beim Anschneiden komplett zerlaufen sollte die Tarte noch ein paar Stunden kalt stehen. Gekühlt schmeckt sie zudem auch super erfrischend ;)



Noch ein kleiner Tipp - Ich mag den Kuchen, so einfach wie er ist. Aber er lässt sich auch prima mit frischen Beeren oder Pirsichen aufpeppen. Einfach das lieblings Obst auf der Curdschicht verteilen und nach der Ruhezeit die gehabt mit der Baisercreme garnieren und flambieren.
Alternativ kann statt der Baiserschicht natürlich auch eine kräftige Schicht Puderzucker über das Obst gestreut werden oder das Baiser nur punktuell verteilt werden damit die fruchtige Pracht sichtbar bleibt! :)


Viel Freude beim Nachkochen und bon appétit - Guten Appetit :) 

Eure Lilli ♥ 

Sonntag, 30. April 2017

Sauce Hollandaise ♥ mit Orange




Frühlingszeit ist Spargelzeit ♥


Die Sonne kommt raus, draußen wird es endlich wärmer und die ersten Spargelstangen stecken ihre Köpfchen aus der Erde.
Neben dem weißen Spargel genieße ich auch besonders gerne den leckeren grünen oder violetten Spargel. Für alle die, die diese Sorten noch nicht kennen - schaut euch mal auf dem Wochenmarkt oder am Spargelstand um. Vielleicht entdeckt ihr den Geschmackvollen dunkel lilafarbenen Spargel bei euch, es lohnt sich! :)
Bei uns kommt er auch selten nur in den Kochtopf sondern in die Pfanne zusammen mit Butter, Cherrytomaten und Kräutern.

Sauce Hollandaise ist eine Grundsauce der klassischen französischen Küche.


Egal ob weiß, grün oder violett, ob klassisch gekoch, gebraten oder gebacken. Sauce Hollandaise passt hervorragend zu Spargel!

An den ganzen Aufstellern im Supermarkt mit fertiger Sauce Hollandaise sieht man natürlich auch sehr zuverlässig dass die Spargelsaison begonnen hat ;)

Ein kleiner Blick auf die Zutatenliste der Fertigsauce verrät uns ziemlich schnell, dass das herzlich wenig mit dem ursprünglichem Rezept zutun hat.

Wir erhalten billige, ungesunde Fette, künstliches Aroma, Verdickungsmittel, Geschmacksverstärker, Lebensmittelfarbe und Wasser zum strecken - lecker geht anders! :(

Wenn auch ihr sonst immer zu der Fertigsauce gegriffen habt - weil ihr dachtet eine Holländische Sauce zu zubereiten grenze an Magie - möchte ich euch heute dieses einfache Rezept für richtige Sauce Hollandaise ans Herz legen.

 
Ihr werdet wirklich überrascht sei wie einfach es ist und wie gut das Ergebnis wird.

Die Orange bringt eine tolle fruchtige Note mit und rundet das Rezept ab.
Wer es aber ganz klassische möchte kann die Orange auch durch Zitrone ersetzen und hat dann das ganz traditionelle Grundrezept ;)

 
Natürlich könnt ihr euch nach Geschmack und Gelegenheit auch austoben und Kräuter, Senf, Tomatenmark oder Sahne hinzu geben.
Einfach mal selber ausprobieren ♥ Und Sauce Hollandaise schmeckt auch außerhalb der Spargelzeit super lecker ;)




Rezept

Holländische Sauce - Sauce Hollandaise



Zutaten

ergibt etwa 4 Portionen

Für die Sauce

  • 3 Eigelb
  • 1/2 unbehandelte Orange
  • 3-5 EL Weißwein (oder Zitronensaft)
  • 150g Butter
  • Prise Meersalz

Nach Bedarf

  • Pfeffer
  • Petersilie
  • Schnittlauch
  • Tomatenmark
  • Aufgeschlagene Sahne
  • Knoblauch
  • Bärlauch
  • etc...

Außerdem

  • Kochendes Wasser


Anleitung


1. Ihr benötigt einen großen Topf und eine passende Schüssel die ihr für das Wasserbad verwenden könnt. Die Schüssel sollte viel Kontakt zu dem heißen Wasser haben damit euch die Sauce gut gelingt.
Setzt nun die benötigte Menge Wasser auf und lasst sie aufkochen.

2. In der Zwischenzeit wird die Orange entsaftet und die Schale der Orange abgerieben - je mehr Schalenabrieb ihr nehmt, desto intensiver die Orangennote - und die Butter oder Magerine verflüssigt. 

3. Damit euch das kochende Wasser an der Schüssel nicht heraus spritzt nehmt ihr den Topf nun vom Herd oder stellt ihn auf kleinste Flamme. Stellt die Schüssel in das Wasser und lasst sie wam werden. In die warme Schüssel kommen nun der Orangensaft, Wein, das Eigelb, Salz und die Orangenschale. Damit die Sauce schnell gelingt sollten alle Zutaten Zimmertemperatur haben.

Wenn ihr die Sauce auch für Kinder kocht oder auf den Weißwein verzichten möchtet könnt ihr diesen durch Zitronensaft oder dem Saft der zweiten Orangen Hälfte ersetzen!

4. Mit dem Schneebesen oder einem Handrührgerät werden nun die Zutaten kräftig für einige Minuten aufgeschlagen.

5. Wenn ihr einen gleichmäßigen Schaum aufgeschlagen habt könnt ihr nun die noch warme flüssige Butter Schluckweise hinzu geben und die Sauce cremig rühren.

Wenn eure Sauce nun noch zu flüssig ist solltet ihr euer Wasser ggf. noch einmal erwärmen oder die Sauce einige Minuten in dem warmen Wasserbad stehen lassen.

6. Nun könnt ihr eure Sauce noch einmal abschmecken und mit Salz, Zitronensaft, Orangenschale oder Orangensaft nach würzen. Natürlich könnt ihr auch Pfeffer, Zucker, Knoblauch etc. ganz nach eigenem Geschmack hinzu geben. Fertig! :)

7. Die Sauce Hollandaise am Besten gleich warm servieren! ♥ 


Viel Freude beim Nachkochen und bon appétit - Guten Appetit :) 

Eure Lilli ♥