Sonntag, 30. April 2017

Sauce Hollandaise ♥ mit Orange




Frühlingszeit ist Spargelzeit


Die Sonne kommt raus, draußen wird es endlich wärmer und die ersten Spargelstangen stecken ihre Köpfchen aus der Erde.
Neben dem weißen Spargel genieße ich auch besonders gerne den leckeren grünen oder violetten Spargel. Für alle die, die diese Sorten noch nicht kennen - schaut euch mal auf dem Wochenmarkt oder am Spargelstand um. Vielleicht entdeckt ihr den Geschmackvollen dunkel lilafarbenen Spargel bei euch, es lohnt sich! :)
Bei uns kommt er auch selten nur in den Kochtopf sondern in die Pfanne zusammen mit Butter, Cherrytomaten und Kräutern.

Sauce Hollandaise ist eine Grundsauce der klassischen französischen Küche.


Egal ob weiß, grün oder violett, ob klassisch gekoch, gebraten oder gebacken. Sauce Hollandaise passt hervorragend zu Spargel!

An den ganzen Aufstellern im Supermarkt mit fertiger Sauce Hollandaise sieht man natürlich auch sehr zuverlässig dass die Spargelsaison begonnen hat ;)

Ein kleiner Blick auf die Zutatenliste der Fertigsauce verrät uns ziemlich schnell, dass das herzlich wenig mit dem ursprünglichem Rezept zutun hat.

Wir erhalten billige, ungesunde Fette, künstliches Aroma, Verdickungsmittel, Geschmacksverstärker, Lebensmittelfarbe und Wasser zum strecken - lecker geht anders! :(

Wenn auch ihr sonst immer zu der Fertigsauce gegriffen habt - weil ihr dachtet eine Holländische Sauce zu zubereiten grenze an Magie - möchte ich euch heute dieses einfache Rezept für richtige Sauce Hollandaise ans Herz legen.

 
Ihr werdet wirklich überrascht sei wie einfach es ist und wie gut das Ergebnis wird.

Die Orange bringt eine tolle fruchtige Note mit und rundet das Rezept ab.
Wer es aber ganz klassische möchte kann die Orange auch durch Zitrone ersetzen und hat dann das ganz traditionelle Grundrezept ;)

 
Natürlich könnt ihr euch nach Geschmack und Gelegenheit auch austoben und Kräuter, Senf, Tomatenmark oder Sahne hinzu geben.
Einfach mal selber ausprobieren ♥ Und Sauce Hollandaise schmeckt auch außerhalb der Spargelzeit super lecker ;)




Rezept

Holländische Sauce - Sauce Hollandaise



Zutaten

ergibt etwa 4 Portionen

Für die Sauce

  • 3 Eigelb
  • 1/2 unbehandelte Orange
  • 3-5 EL Weißwein (oder Zitronensaft)
  • 150g Butter
  • Prise Meersalz

Nach Bedarf

  • Pfeffer
  • Petersilie
  • Schnittlauch
  • Tomatenmark
  • Aufgeschlagene Sahne
  • Knoblauch
  • Bärlauch
  • etc...

Außerdem

  • Kochendes Wasser


Anleitung


1. Ihr benötigt einen großen Topf und eine passende Schüssel die ihr für das Wasserbad verwenden könnt. Die Schüssel sollte viel Kontakt zu dem heißen Wasser haben damit euch die Sauce gut gelingt.
Setzt nun die benötigte Menge Wasser auf und lasst sie aufkochen.

2. In der Zwischenzeit wird die Orange entsaftet und die Schale der Orange abgerieben - je mehr Schalenabrieb ihr nehmt, desto intensiver die Orangennote - und die Butter oder Magerine verflüssigt. 

3. Damit euch das kochende Wasser an der Schüssel nicht heraus spritzt nehmt ihr den Topf nun vom Herd oder stellt ihn auf kleinste Flamme. Stellt die Schüssel in das Wasser und lasst sie wam werden. In die warme Schüssel kommen nun der Orangensaft, Wein, das Eigelb, Salz und die Orangenschale. Damit die Sauce schnell gelingt sollten alle Zutaten Zimmertemperatur haben.

Wenn ihr die Sauce auch für Kinder kocht oder auf den Weißwein verzichten möchtet könnt ihr diesen durch Zitronensaft oder dem Saft der zweiten Orangen Hälfte ersetzen!

4. Mit dem Schneebesen oder einem Handrührgerät werden nun die Zutaten kräftig für einige Minuten aufgeschlagen.

5. Wenn ihr einen gleichmäßigen Schaum aufgeschlagen habt könnt ihr nun die noch warme flüssige Butter Schluckweise hinzu geben und die Sauce cremig rühren.

Wenn eure Sauce nun noch zu flüssig ist solltet ihr euer Wasser ggf. noch einmal erwärmen oder die Sauce einige Minuten in dem warmen Wasserbad stehen lassen.

6. Nun könnt ihr eure Sauce noch einmal abschmecken und mit Salz, Zitronensaft, Orangenschale oder Orangensaft nach würzen. Natürlich könnt ihr auch Pfeffer, Zucker, Knoblauch etc. ganz nach eigenem Geschmack hinzu geben. Fertig! :)

7. Die Sauce Hollandaise am Besten gleich warm servieren! ♥ 


Viel Freude beim Nachkochen und bon appétit - Guten Appetit :) 

Eure Lilli ♥ 

Freitag, 7. April 2017

Oster Special ♥ Häschen Laugenbrötchen




Wer hoppet denn da über's Frühstücksbrettchen?


Bald ist Ostern. Und überall in den Supermarkt Regalen tummeln sich Schokohasen, Stuten, Kuchen, süß gefüllte Ostereier, Hefezöpfe und und und...
Blog Party - Osterliebe

Neben den Fertigwaren gibt es rund um die Osterzeit natrülich auch noch etliche süße Backideen.
Für alle die, die kein süß mehr sehen können kommt hier mein Osterspecial ;)

Anlässlich zur Blog Party "Osterliebe" von Liebe & Kochen gibt es heute etwas Besonderes aus der Heimatküche.
Lockere, leckere Laugenhäschen. ♥

Ich liebe Laugengebäck aller Art! Daher habe ich schon oft Brezeln, Laugenstangen und Co. selber gemacht.

Wenn man den Dreh mit der Lauge einmal raus hat und sauber arbeitet ist die Herstellung der salzig, braunen Backwaren kein Problem.
Auch wenn das Backen mit Natronlauge schon fast einer Chemiestunde statt einer Backrunde gleicht. ;)

Laugengebäck wie vom Bäcker - aber bitte mit den richtigen Zutaten!


Im Netz findet man unzählige Rezepte für Laugenbrötchen, Brezeln und Co.
Doch fast immer wird Hausnatron versendet, das Ergebnis ist meist leider entsprechend zäh und reicht geschmacklich nicht an richtiges Laugengebäck ran.
Daher möchte ich euch heute zeigen wie ihr richtiges Laugengebäck erstellen könnt.
Vorallem brauchen wir richtige Natronlauge! Da die Arbeit mit dieser Lauge nicht unbedingt jedermanns Sache ist, habe ich unten noch eine kleine Alternative für euch hinzugefügt! :)

Wo ist also der Unterschied zwischen Hausnatron (Natriumhydrogencarbonat NaHCO³) und Natronlauge (Natriumhydroxid NaHO)?


Das einfache Natron (Natriumhydrogencarbonat NaHCO³) haben wir wahrscheinlich alle schonmal gesehen und kennen es vielleicht auch als Kaisernatron oder Hausnatron. Man findet es in fast jedem Supermarkt so wie in der Drogerie und ist im Haushalt als Backtriebmittel, Reiniger oder auch Hausmittelchen gegen Sodbrennen verwendbar.

Natronlauge (Natriumhydroxid NaHO) hingegen könnt ihr nur in der Apotheke oder online beim Fachhändler kaufen da die Lauge im unverdünntem Zustand und bei falschem Umgang schwere Verätzungen hervorrufen kann.


Für das richtige Laugengebäck benötigt eben diese Natronlauge, natürlich in sehr geringer Dosierung von nur 3%!

Das gut gebräunte Gebäck in verschiedenstens Formen hat Tradition und kommt aus dem süddeutschen Raum. Dort hat man scheinbar heraus gefunden dass die Natronlauge mit dem Gluten im Teig reagiert. Dies kann man sogar schon vor dem Backen beobachten. Die Teiglinge ohne Bad in der Lauge sind deutlich heller während der Teig mit Laugenbad schnell anfängt sich gelblich zu verfärben.
Und keine Angst, die Natronlauge wandelt sich beim Backen um und ist dann natürlich auch nicht mehr ätzend und kann bedenkenlos gegessen werden! ;)

Ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken, die Verwendung von Natronlauge kann nur unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Handschuhe sind absolut Pflicht!
Aber keine Sorge, da die Lauge auf ca. 3% verdünnt ist braucht ihr keine Angst vor dem Umgang zu haben.
Grundsätzlich ist ein Topf kochendes Wasser genau so gefährlich wie eine Schüssel verdünnte Lauge!
Wenn ihr den Topf umkippt und euch mit dem heißen Wasser verbrüht kann dies sogar schlimmere Folgen haben als der Kontakt mit der dünnen Lauge.

Da ich schon oft mit der Lauge gearbeitet habe bin ich nicht drum rum gekommen selber schon einige Spritzer Natronlauge auf die Haut bekommen zu haben. Da die Lauge auf 3% verdünnt ist, ist das tatsächlich relativ unspektakulär.
Ich habe es erst garnicht gemerkt, dann fing es leicht an zu prickeln ähnlich wie Kohlensäure. Sofort abgewaschen unter fließedem Wasser war der Spuk aber schnell vorbei. Ihr braucht also keine Angst zu haben dass es euch gleich ein Loch in eueren Arm ätzt ;)
Wichtig ist falls ihr wirklich mal etwas abbekommt, solltet ihr die Haut danach sofort mit reichlich Wasser abwaschen, falls eure Kleidung etwas abbekommen hat am Besten gleich einmal auswaschen.
Ein neutralisieren mit Essig (Säure) ist bei der verdünnten Natronlauge nicht nötig, die Säure könnte eurer Haut sogar mehr schaden!
Das Auge ist viel empfindlicher als die Haut!!
Solltet ihr die Lauge ins Auge bekommen haben, zögert nicht und wascht das Auge mit viiiiel Wasser lange aus und kontaktiert am Besten gleich einen Arzt um zu vermeiden dass etwas schlimmeres passiert. Daher empfehle ich euch eine Schutzbrille, bisher war ich im Umgang mit der Natronlauge stets sorgsam und mir ist zum Glück noch nie etwas ins Auge gespritzt aber lieber die Brille einmal zuviel aufgesetzt... ;)

! Beim Verarbeiten achte ich darauf, dass mein Natron in Lebensmittelqualität ist, ich trage wie schon gesagt stets Handschuhe und am Besten auch eine Schutzbrille - man weiß ja nie ob man doch mal etwas fallen lässt. Arbeitet möglichst mit Glasschüsseln und verwendet kein Aluminium.

Die Natronlauge mische ich erst am Schluss an wenn ich sie direkt brauche, alle benötigten Arbeitsmaterialien lege ich mir zurecht, inkl. eines feuchten Tuchs falls mal etwas tropft.

Grundsätzlich rate ich euch davon ab Laugengebäck mit Kleinkindern zu backen, die Unfallgefahr ist einfach zu hoch! Informiert euch ggf. in der Apotheke nochmal über den Umgang, die Lagerung (ich nehme ein Schraubglas) und die Entsorgung der Lauge (ich verwende es als Abflussreiniger und spüle gut nach) und lasst euch falls möglich direkt eine verdünnte Mischung anrühren.
Falls ihr Natron (zB. in grober Granulatform wegen der geringeren Verletzungsgefahr) habt nehmt ihr 3g NaOH auf 100ml Wasser.

Im ordentlich gekennzeichnetem Schraubglas (keine Metallbehälter verwenden) hebe ich meine Natronlauge bis zu 3 Wochen auf und verwende diese zum Beispiel Sonntags für frisches Laugengebäck.
Verstaut das Glas sicher vor Kindern (am Besten nicht in den Kühlschrank!), zudem sollte Jeder in eurem Haushalt sollte über den Inhalt Bescheid wissen um Unfälle zu vermeiden.

Aber genug über Sicherheitshinweise und Co.... ich möchte euch damit ja auch nicht abschrecken, ganz im Gegenteil! ;)
Wer sorgsam mit dem Natron umgeht kann sich Zuhause ganz leicht leckerste Laugengebäcke selber zaubern...

Den Teig könnt ihr natürlich auch außerhalb der Osterzeit für normale Laugenbrötchen, Brezeln oder Laugenstangen verwenden.
Und nach dem Backen liegt ein toller Geruch nach frischem Laugengebäck in der Wohnung, das lockt wirklich jeden Morgenmuffel in die Küche! ;)
Probiert es einfach selber mal aus ♥



Rezept

Laugenhäschen



Zutaten

ergibt ca. 8-10 Laugenhäschen Brötchen.

Für den Teig

  • 500g Mehl
  • 300ml lauwarmes Wasser
  • 50g Butter
  • 2/3 Hefewürfel (30g)
  • Pr. Zucker
  • Pr. Salz

Für die Lauge

  • 300ml kaltes Wasser
  • 9g NaOH



Anleitung


1. Mehl in eine Schüssel sieben. In eine Mulde Zucker und Hefe geben, lauwarmes Wasser darüber giessen und für ca. 5 Minuten gehen lassen.


2. Butter (wer vegane Häschen möchte nimmt Magarine) und Salz hinzugeben und mit dem Kochlöffel grob vermengen. Dann mit der Hand oder dem Handrührgrät mit Knethaken kräftig und lange durchkneten.


3. Den Teig an einem warmen Ort für ca. 30 Minuten ruhren lassen.


4. Den aufgegangenen Teig erneut kräftig durchkneten und in 8-10 gleich große Stücke Teilen.
Die Rohlinge erneut gehen lassen.


5. Die Teigrohlinge sollten nun deutlich größer geworden sein. Damit die Brötchen später gleichmäßig feine Poren haben Kneten wir die Teiglinge erneut kurz durch und geben ihnen nun eine Tropfenform.


6. Nun Handschuhe an!
Für die Lauge geben wir nach und nach unser Natron in kaltes Wasser. Beachtet die Dosierung eurer Lauge laut Packung. Wenn ihr 99% Natron habt gebt ihr 9g auf 300ml um eine 3%ige Lauge zu erhalten. Wenn ihr bereits verdünnte Lauge habt rechnet euch die Menge runter sodass ihr wieder auf 3% in der fertigen Lauge kommt.


7. Die Teiglinge dürfen nun in der Lauge für ca. 1 Minute baden.
Danach auf eine Backunterlage oder Backpapier geben und mit einer sauberen Schere die Öhrchen und den Schwanz einschneiden. Einen Holzstab kurz in Öl tauchen und damit kleine Augen stechen.

8. Backofen auf 220°C Ober-& Unterhitze vorheizen. Von Umluft würde ich eher abraten da es die Teiglinge zu sehr austrocknet.

Während der Backofen vorheizt, die Laugenhasen nocheinmal kurz aufgehen lassen.

Hat der Ofen die richtige Temperatur erreicht können Häschen für 5 Minuten bei 220°C gebacken werden, danach auf 200°C runterstellen und weitere 25-35 Minuten backen.
Die fertigen Hasen sollten nicht zu hell aber auch nicht ganz dunkel sein. Sie halten sich mehrere Tage aber schmecken warm natürlich am Besten ;) 


Alternativ:


Wer auf die schnelle kein Natron bekommt oder es sich nicht zutraut kann aus dem Hefeteig auch leckere Körner Häschen-Brötchen backen.
Dafür benötigt ihr:

  • Hefe Teig (siehe oben)
  • 1 Ei
  • 2-3 EL Körner/Saaten nach Wunsch (Sesam, Chia und co.)

1. Teig bis Schritt 5 vorbereiten.

2. Den Teigrohlingen in Tropfenform nun mit einer Schere die Hasenohren und das Schwänzchen schneiden und sie für einige Minuten nochmals gehen lassen.

3. Das Ei verquirlen und die Brötchen damit großzügig rundherum bestreichen. Die Körner oder Saaten können nach Wunsch auf gestreut oder die Brötchen darin gewälzt werden.

4. Den Backofen auf 200°C Ober- & Unterhitze vorheizen. Die Brötchen je nach Größe für 20-30 Minuten backen. Damit die Brötchen nicht zu trocken werden empfehle ich euch eine Feuerfeste Schale mit Wasser in den Backofen zu stellen.
Die Körnerbrötchen sind deutlich krosser als die Laugenbrötchen und sollten am Besten am gleichen Tag verzehrt werden damit sie nicht hart werden.


Viel Freude beim Nachbacken und frohe Ostern :) 

Eure Lilli ♥